
Um 1983 begann ich Portraits von Menschen aus meinem Umfeld zu zeichnen und zu malen, darunter der Autor Walter Leo, der Journalist Alfred Fromm, der Musiker Gerhard Herrgott, die Psychologin Katrin Lorf, meine Eltern und viele andere. Die Versuche, das Wesen einer Persönlichkeit in einem malerischen Portait einzufangen waren beeinflusst durch Meisterwerke in Bildbänden und in Ostberliner Museen, und fand im Austausch mit meinem damaligen Mentor, dem Maler Manfred Böttcher (1933-2001) statt. Mein Vater Lothar Diersch (1926-1998) besuchte mich ab 1984 regelmäßig zu Portraitsitzungen in meinem ersten Atelier, im Hinterhaus der Kreuzigerstraße 12, in Berlin Friedrichshain. Mein Vater konnte mit meinen künstlerischen Arbeiten und mit meiner politischen Haltung wenig anfangen. Die gemeinsamen Sitzungen waren jedoch für uns beide seltene Gelegenheiten für respektvolle Begegnungen und erste Gespräche auf Augenhöhe.